Jubiläumsfeier in Aßlar: Dilltalwerkstatt ermöglicht seit 40 Jahren Teilhabe – Landrat Carsten Braun und Bürgermeister Christian Schwarz gratulieren
Aßlar. Viele Glückwünsche und Partystimmung in Aßlar: Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Dilltalwerkstatt (DTW) für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg fand am 20. August in der Loherstraße eine Feierstunde mit anschließendem buntem Programm statt. Landrat Carsten Braun und Aßlars Bürgermeister Christian Schwarz überbrachten ihre Glückwünsche und lobten die Arbeit vor Ort. „Herzlichen Glückwunsch an das ganze Team. Durch meine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit beim RSV Lahn-Dill weiß ich, wie wertvoll Ihr Engagement für Menschen mit Behinderung in der Dilltalwerkstatt ist“, erklärte Christian Schwarz und übergab ein Präsent der Stadt Aßlar.
Die Dilltalwerkstatt nahm im August 1986 ihren Betrieb auf. Nachdem die Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg 1964 ihre erste Werkstatt Florentine für Menschen mit Behinderung in Braunfels eröffnete und diese etwa 20 Jahre später an die Grenzen ihrer Kapazität gestoßen war, wurde zu ihrer Entlastung die DTW gebaut. „Heute bietet die DTW rund 160 Menschen einen Arbeitsplatz, eine Möglichkeit zur Teilhabe, ein gesundes soziales Umfeld und nicht zuletzt eine warme Mahlzeit. Sie funktioniert jedes Jahr, jede Woche und jeden Tag. Und wir leisten einen wichtigen Beitrag in der Eingliederungshilfe zur Förderung von Menschen mit Beeinträchtigung“, freute sich Einrichtungsleiter Ulrich Donau in seinem Grußwort.
In der DTW arbeiten die Menschen in den Bereichen Wäscherei, Küche, Metallverarbeitung, Industriemontage und Verpackung sowie Pulverbeschichtung.
„Als Lebenshilfe begleiten und unterstützen wir Menschen mit Beeinträchtigung, damit sie ein gutes und möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Genau das macht Ihr hier in der DTW. Wir stehen für gleichberechtigte Teilhabe, egal wie viel Unterstützung dazu notwendig ist. Und diese Unterstützung muss auch in der Zukunft von der Gesellschaft bezahlt werden. Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern vielleicht einfach nur Glück“, bekräftigte Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tina Winter. Man habe als Lebenshilfe in 65 Jahren einen langen Weg zurückgelegt, von der Fürsorge zur Teilhabe, hin zur Begegnung auf Augenhöhe. „Dabei sind unsere Selbstvertreter ein wichtiger Motor. Im Aufsichtsrat, im Werkstattrat, als Frauenbeauftragte und als Peer-Unterstützer. Ihr fordert die Unterstützung ein, die für eine selbstbestimmtes Leben nötig ist. Und dafür danke ich euch. Teilhabe ist Menschenrecht“, erklärte Winter weiter.
Bevor die Party zum großen Jubiläum losging, dankte Sebastian Ziegler, Vorstand im Bereich Arbeit der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg, Personal und Werkstattbeschäftigten für die „tolle Arbeit vor Ort“, die „wunderbare Organisation des Festes“, unter anderem mit DJ, Candy-Bar, Boccia-Bahn und Food-Trucks. „So wie es damals eine mutige Entscheidung war, die DTW zu bauen, braucht es auch heute mutige Entscheidungen für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Als Vorstand stehen wir dazu in engem Austausch mit Werkstattrat und Frauenbeauftragten als Interessenvertreter der Menschen mit Behinderung. Auch dafür stehen wir als Lebenshilfe. Zudem danke ich ganz herzlich dem Förderkreis der Lebenshilfe für die tatkräftige Unterstützung heute den an Essens- und Getränkeständen.“
Werkstattrat und Frauenbeauftragte dankten ebenfalls für das gute Miteinander in der DTW. Chris Baumert, 1. Vorsitzender des Werkstattrates, verglich in seiner Rede die Einrichtung mit einem Oldtimer. „Ich wünsche der DTW weiterhin freie Fahrt und immer ein gutes Team, das unserem Oldie immer wieder frisches Leben einhaucht“. Anneliese Metz, Frauenbeauftragte der Werkstätten, wünschte allen Gästen eine schöne Feier, die nach dem offiziellen Teil so richtig durchstartete. Die inklusive Tanzgruppe der Lebenshilfe „Mixed Feelings“ unter der Leitung von Daniela Neeb sorgte mit ihren Aufführungen sogleich für eine volle Tanzfläche. In vielen Gesprächen, einer Bilderschau und Werkstatt-Führungen konnten die Gäste das Jubiläumsfest der DTW ausklingen lassen.